„Das war ein sehr interessanter und informativer Abend!“, so ein Besucher beim Gesprächsabend der Bürgerliste Walsrode im Moccamoor. Eingeladen war der Stadtförster der Stadt Walsrode, Arne Prüser. Unterstützt durch Kartenmaterial zeigte er den Anwesenden, die verschiedenen Waldstücke auf, die der Stadt Walsrode gehören. Insgesamt sind es 660 ha Wald, die von ihm als Stadtförster mit zwei weiteren Mitarbeitern betreut werden. Alle Wälder der Stadt Walsrode sind zertifiziert und zeichnen sich durch eine hohe Stabilität im Bezug auf Windgefährdung, Borkenkäfer und Brandgefahr aus. Die Wälder sind allesamt keine Monokulturen, sondern haben eine hohe Diversität in den Baumarten. Das Kartenbild der Eibia macht diese Diversität deutlich. Jede Farbe in einem umgrenzten Bereich, bedeutet, dass hier eine andere Baumart vorherrscht, aber auch dort nicht als Monokultur.
Aus den Wäldern werden im Jahr etwa 2000 Festmeter Holz geerntet, aber es gibt keinen intensiven Holzeinschlag. „Im Sommer ruht unsere Säge, erst im Herbst werden wir wieder tätig, aber immer behutsam und mit Augenmaß. Wir möchten den Wäldern gerne ihre Ruhe lassen, damit sie sich entwickeln können!“, so eine der wesentlichen Aussagen des Stadtförsters. Auf die Besonderheit der Eckernworth angesprochen, stellte der Stadtförster die Erholungs,- und Schutzfunktion des Waldes vor die Nutzfunktion. In den Baumbestand werde dort nur eingegriffen aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht, aber auch nur dort, wo es um die Sicherheit an den vorgegebenen Wanderwegen gehe. Im Wald selber, außerhalb der Wege, müsse man immer mit „Gefahren“ rechnen. Derzeit ist in den Stadtwäldern etwa je zur Hälfte Laubholz und Nadelholz anzutreffen, aber kaum in Monokulturen. Hier geht die Tendenz eindeutig zur Laubholzmehrung, am besten durch natürliche Baumverjüngung mit heimischen Baumarten. Durch das Aufstellen von Holzzäunen werden solche kleinen Regionen zeitweise „wildfrei“ und damit „verbissfrei“ gehalten. Diese Holzzäune halten etwa 10 bis 15 Jahre und vergehen dann. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich in dem Bereich dann eine neue Baumkultur entwickelt. „Nur dort, wo es unbedingt nötig ist, pflanzen wir selber nach!“
„Tendenziell kann gesagt werden, dass sich die Waldfläche der Stadt Walsrode eher vergrößert als verkleinert“, so das Fazit des Försters.
Foto: Stadtförster Arne Prüser